Betonböden für Gefahrstofflager
Sichere und WHG-konforme Ausführung
Die Bodenplatte eines Gefahrstofflagers ist ein zentrales Bauteil für den sicheren Betrieb von Industrieanlagen zum Lagern, Abfüllen, Umschlagen, Herstellen oder Verwenden von Gefahrstoffen. Sie übernimmt nicht nur tragende Aufgaben, sondern ist vor allem Bestandteil des Rückhalte- und Dichtungssystems. Besonders bei wassergefährdenden Stoffen gelten hohe Anforderungen an Planung, Ausführung und Überwachung. Maßgebend sind unter anderem das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sowie die entsprechenden Verordnungen und technischen Regelwerke.
Warum ist hier eine WHG-konforme Industriebodenplatte so wichtig?
In Gefahrstofflagern werden sowohl flüssige als auch feste Gefahrstoffe eingesetzt. Flüssige Stoffe stellen ein erhöhtes Risiko dar, da sie bei Undichtigkeiten schnell ins Erdreich oder Grundwasser eindringen können. Feste Stoffe gelten zwar als weniger kritisch, können jedoch durch Auswaschung oder Staubentwicklung ebenfalls umweltgefährdend sein. Besonders relevant sind LAU-Anlagen (Lagern, Abfüllen, Umschlagen) sowie HBV-Anlagen (Herstellen, Behandeln, Verwenden), für die eine dauerhaft dichte und beständige Bodenplatte zwingend erforderlich ist.
Welche besonderen Anforderungen gibt es bei der Planung?
- Sorgfältige Planung in der frühen Projektphase (Berücksichtigung der gelagerten Stoffe/Medien sowie deren Wassergefährdungsklasse)
- Festlegung der Nutzung der Fläche als LAU- oder HBV-Anlage sowie Einhaltung geltenden gesetzlichen Vorgaben
- Abstimmung mit WHG-Sachverständigen
Welche Bau- und Ausführungsarten gibt es bei Betonböden für Gefahrstofflager?
Je nach Nutzung, Stoffeigenschaften und behördlichen Vorgaben kommen unterschiedliche Bauarten für Bodenplatten in Gefahrstofflagern zum Einsatz.
Eine häufig angewendete Lösung ist der FD‑Beton (flüssigkeitsdichter Beton), bei dem Beton, Fugen und Anschlüsse so geplant und ausgeführt werden, dass ein Austreten gefährlicher Stoffe zuverlässig verhindert wird. Eine kontrollierte Rissbreitenbegrenzung sowie eine fachgerechte handwerkliche Umsetzung ist hier besonders entscheidend.
Eine weitere Bauart ist die Abdichtungsbahn unterhalb der Bodenplatte. Sie wird vor allem in Bereichen eingesetzt, in denen der Untergrund besonders sensibel reagiert oder erhöhte Umweltanforderungen bestehen.
Weiterhin kommen zugelassene Beschichtungssysteme zum Einsatz, die die Oberfläche der Bodenplatte vor chemischen Einwirkungen schützen, die Reinigung erleichtern und die Lebensdauer der gesamten Anlage erhöhen. Wichtig ist hierbei, dass die verwendeten Beschichtungen für den jeweiligen Einsatzbereich geprüft und zugelassen sind.
Häufige Fragen
-
In welchen Branchen findet man einen Industriefußboden für Gefahrstofflager?
Betonböden dieser Art kommen z.B. häufig in der Pharma- und Chemieindustrie zum Einsatz. Man findet sie auch im Logistik- und Speditionsbereich, wo Gefahrstoffe gelagert oder umgeschlagen werden. Weiterhin können sie in der Metallverarbeitung sowie in Gefahrstoffräumen beim Automobil- und Maschinenbau eingesetzt.
-
Welche Bodenplatte ist für mein Gefahrstofflager geeignet?
Die passende Bauart hängt von den Stoffen, der Nutzung der Anlage und den gesetzlichen Anforderungen ab. Eine individuelle Planung mit Fachplaner:in und Sachverständigen ist unerlässlich.
-
Ist FD-Beton allein ausreichend?
In vielen Fällen ja. Je nach Risiko und Standort können jedoch zusätzliche Abdichtungen oder Beschichtungssysteme erforderlich sein.
-
Warum ist ein WHG-Sachverständiger notwendig?
Sachverständige stellen sicher, dass alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden und helfen, eine technisch sichere und wirtschaftlich sinnvolle Lösung umzusetzen.